Probefeuerung mit Heitzinger Marmor war erfolgreich
Walter Hasslinger vom Dorfverein Gerolding berichtet uns: “Testhalber haben wir am 2. August 2008 einen Probebrand durchgeführt. Wir haben 3 Scheibtruhen Marmorsteine in den Ofen gegeben und die Steine so wie beim großen Ofen üblich mit Fichtenästen und einer Lehmhaube mit Zuglöchern abgedeckt. Eineinhalbmeter Holz wurde über eine Nacht und einen Tag verheizt. Nachdem die Steine geglüht haben, haben wir nach 24 Stunden den Brand beendet.”
Gut gerüstet für das Kalkofenfest am 20. und 21. September 2008
Walter Hasslinger weiters: “Beim anschließenden Löschen haben die Steine zwar gebraust, sind aber nicht zerfallen so wie sie eigentlich sollten. Nach Rücksprache mit den Experten vom Bundesdenkmalamt war wahrscheinlich die Brenndauer doch zu kurz, da unser Marmor ziemlich hart ist. Damit der Brand im September gelingt, werden wir uns einen Temperaturfühler ausborgen, damit wir kontrollieren können ob die erforderliche Temperatur von 800-1000 Grad auch erreicht wird. Weiters werden wir einige weichere Kalksteine dazugeben, damit der Brand zumindest mit diesen sicher gelingt.”
Der Dorfverein Gerolding, der seit geraumer Zeit mit der Renovierung des Kalkofens bei Heitzing im Dunkelsteinerwald beschäftigt ist, freut sich ein wichtiges Zwischenergebnis bekanntgeben zu dürfen. Das Kern- und Herzstück des fast vollständig renovierten Kalkofens, nämlich der Brennraum – ist nun fertiggestellt worden. Die an diesem Projekt tätigen Mitglieder werden am 2. August 2008 die erste Probefeuerung des Brennraumes durchführen. Das von Herrn Walter Hasslinger zur Verfügung gestellte Bild zeugt vom raschen Fortschritt der Arbeiten.
Einen Rückblick über die Geschichte der Renovierung des Kalkofens durch den Dorfverein finden Sie auf der Webseite des Dorfvereins unter dem Menüpunkt “Kalkofen”. Zuguterletzt wollen wir Sie auch noch daran erinnern, dass am 20. und 21. September 2008 die Fertigstellung des “Donabauer”-Kalkofens in Heitzing mit einem großen Fest gefeiert werden soll. Dazu sind natürlich alle herzlich eingeladen.
Wenn man heutzutage von einem beinahe unbekannten und fast ausgestorbenen Gewerbe spricht, dann ist möglicherweise von der Fassbinderei oder von der Wagnerei die Rede. Ein in den Erinnerungen noch weniger präsentes Berufsbild ist das des Kalkbrenners. Aufgrund der raschen Veränderung der Techniken beim Bau ist diese Tätigkeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Die Reste der sogenannten Kalköfen sind die einzigen Zeugen dieses Gewerbes. Die Öfen wurden fast immer unmittelbar bei einem geeigneten Marmor-Vorkommen errichtet – wie dies auch in Heitzing (in der Nähe von Gerolding) der Fall ist. Wir haben uns auf den Weg gemacht und die Dorfgemeinschaft an diesem sonnigen Samstag besucht um einen kurzen Zwischenbericht von den Restaurationsarbeiten abzugeben. Sehen Sie hier unsere ersten Eindrücke.
Die Dorfgemeinschaft hat dabei auch ein ehrgeiziges Ziel: Nach vier Jahren Arbeit soll am 20. und 21. September 2008 die Fertigstellung des “Donabauer”-Kalkofens in Heitzing mit einem großen Fest gefeiert werden. Ausgerüstet mit Schautafeln soll der Ofen ein Ausflugspunkt für Wanderer werden. Wir werden natürlich auch darüber berichten und wünschen der Dorfgemeinschaft viel Erfolg.
In unseren Breiten hat sich der Kulturgeologe Andreas Thinschmidt von österreichischen Archäologiebund mit dem Thema befasst und folgende Informationen darüber sind online verfügbar. Einerseits eine Abhandlung über die Geschichte der Kalkbrennerei und andererseits eine Liste aller Kalköfen im Dunkelsteinerwald. Der Dorfverein Gerolding verfügt auf seiner Webseite über ein Interview mit einem der letzen Kalkbrenner der Region, nämlich Herrn Anton Donabauer, nach dessen Familie dieser Kalkofen auch benannt ist.