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“Die drei Schwestern in der Christnacht” – eine unheimliche Weihnachtssage

Saturday, December 12th, 2009

Eine Weihnachtssage der “anderen Art” aus der Region Dunkelsteinerwald ist die Sage von den drei Schwestern in der Christnacht. Wir möchten Ihnen hier die kurze Version dieser Sage aus dem Buch “Von Palmbuschen und Pilgerscharen” von Lucia Haselböck im Original präsentieren.

Kurzinterpretation der dunkelsteinerwald.net-Redaktion: Die Sage von den drei Schwestern in der Christnacht ist vom Typus her als “dämonologische” Sage (auch “Teufelssage”) einzustufen, da sie sich von der Begegnung der Menschen mit dem Bösen – hier in der Form des Teufels nährt. Die dahinterstehende Motivik ist die des Frevels, der gesühnt werden muss. Im Gegensatz zu anderen Sagen wird hier der Frevel allerdings ohne dauerhafte Folgen gesühnt. Durch die Tatsache, dass die Schwestern am Ende ohne dauerhafte Folgen davonkommen, erfüllt diese Sage auch eine pädagogischen Zweck. Dieser wird noch durch die folgenden Tatsachen unterstrichen…

Von der Koinzidenz zur grausamen Konsequenz
Interessant in dieser dichten Geschichte ist auch die Tatsache, dass hier einerseits eine Parallelisierung in Form der Koinzidenz von der Wandlung in der Kirche und dem Herunterfallen der Spielkarte vorkommt. Dies setzt nicht nur einen allwissenden sondern auch einen moralisch einwandfreien Erzähler voraus. Der frevelhafte Vorgang des Kartenspielens wird dann auch sogleich gesühnt – nämlich in Form der drei Pferdefüsse. Hier ist auch bemerkenswert, dass für jede Schwester offenbar ein Pferdefuss erscheint und neben der Spiegelung der Anzahl der Akteure auch den übernatürlichen Charakter des Geschehens illustriert.

Die rettende Kraft des Gebetes aus Sicht der Sage
Dass die drei Schwestern sich nach den vergeblichen Hilferufen auch einen der archaischen bzw. volktümlichen Kernwert eines Gebetes entsinnen – nämlich der Abwendung des Bösen, lässt sie letzten Endes mit dem Schrecken davonkommen. Der dramatisch geschilderte Abgang der drei einzelnen Pferdefüsse mit dem hinterlassenen Gestank lässt nun auch den letzten möglichen Zweifel des Rezipienten verschwinden, was mit dem Nachsatz “Es war der Teufel” auch unmissverständlich dargelegt wird.