Ein schöner, ruhiger Wintertag in der ersten Woche des neuen Jahres gab uns die Gelegenheit einen etwas weniger bekannten, aber dennnoch sehr interessanten Ort zu besuchen. Es handelt sich dabei um die Römerbrücke bei Lanzing im Dunkelsteinerwald.
Gleich nach Mauer gelegen, ist die wahrscheinlich im dritten oder vierten nachchristlichen Jahrhundert errichtete Römerbrücke zu finden. Dieses sehr gut erhaltene Bauwerk ist zwar in der heutigen Zeit seiner ehemaligen verkehrstechnischen Funktion beraubt, legt aber aufgrund seiner ruhigen Lage noch immer ein stilles Zeugnis der Römerzeit ab. Hier einige Bilder der Brücke im winterlichen Idyll.
Weitere Ansichten der Römerbrücke in Lanzing:
An dieser Stelle ist noch eine kurze Darstellung der geschichtlichen Rolle der Römerbrücke sinnvoll:
“Eine wesentliche verkehrstechnische Bedeutung erlangte der Dunkelsteinerwald in der Römerzeit (bis Ende des 5. nachchristlichen Jahrhunderts). Die Donau war die Nordgrenze des römischen Reiches geworden, die mit dem Donaulimes eine besondere Befestigung erfuhr. In der Wachau konnte jedoch wegen der teils gewaltigen Steilwände keine Militärstraße angelegt werden. Man versorgte die Wachposten an den wenigen freien Anlandungsstellen in Aggsbach-Dorf, Bacharnsdorf und bei Rossatzbach mit Zubringern aus dem Dunkelsteinerwald. Die Etappenstraßen von Mautern nach Melk quer durch den Dunkelsteinerwald und an dessen Außenrand hatten Zweigstraßen durch den Mitterbachgraben, das Kupfertal und den Windsteiggraben zur Donau hin. [...] Das wohl schönste Relikt aus dieser Zeit ist die Römerbrücke bei Lanzing.“
In Mautern – einer Stadt im nördlichen Dunkelsteinerwald – wurde Anfang August 2008 ein sehr gut erhaltenes Bad gefunden, wassowohl national wie auch in Forscherkreisen international für Aufsehen gesorgt hat. Die Stadt Mautern – in der Römerzeit “Favianis” genannt, ist einer der Orte im Raum Dunkelsteinerwald, der ein hohe Dichte von Römerfunden vorweisen kann.
Medienberichte in Österreich
Aufgrund der kurzfristigen Heimkehr der “Venus von Willendorf” zur selben Zeit sind die Berichte in den österreichischen Medien etwas kürzer ausgefallen, als es dem Ereignis angemssen wäre. Wir zitieren stellvertretend den Bericht über den Fund online auf www.orf.at als Screenshot…
…sowie den Bericht in der Print-Ausgabe der Tageszeitung “Österreich” vom 7. August 2008
Bundesdenkmalamt entscheidet
Die Medien berichten von einer gut erhaltenen Hohlziegel-Wandheizung – von der Technologie vergleichbar mit einer frühen Version heutiger Fussbodenheizungen, die vorerst zu Ihrem eigenen Schutz wieder zugeschüttet wurde. Das Bundesdenkmalamt will im September über die weitere Vorgehensweise entscheiden.