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Brauchtum in der Fastenzeit: Die Palmweihe und andere Zweigsegen

Sunday, March 28th, 2010

Jetzt in der Fastenzeit ist es passend ein paar regionale Bräuche und Traditionen in der Region zu betrachten, da diese sicherlich nicht mehr vielen bekannt sind und eine interessante Mischung aus Ritus und Religion darstellen.

Die in unserer Region in der Fastenzeit praktizierten Bräuche gehören zu den sogenannten Zweigsegen. Dieser Zweigsegen setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Auf der einen Seite sollen die geweihten Zweige Unheil abweisen und auf der anderen Seite sollen diese Zweige (in einer Zeit des beginnenden Aufschwungs) kraftspendend auf Mensch und Tier wirken.

Am bekanntesten ist – auch weit über den Dunkelsteinerwald hinaus – die Palmweihe. Dabei werden am Palmsonntag (dem Sonntag vor dem Ostersonntag) die von der Bevölkerung mitgebrachten Palmbuschen (Gebinde aus Palmzweigen) in der Kirche gesegnet.

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Die auch als Palmkätzchen bezeichneten grau-grünen Blütenstände der Sal-Weide werden dabei von Region zu Region verschieden zusammengebunden und verziert und stellen so den sogenannten Palmbuschen dar. In getrocknetem Zustand wird dieser Palmbuschen (mancherorts auch Palmbesen, Palmstange oder Palmstock genannt) im Herrgottswinkel und/oder am Dach des Hauses (als Schutz vor Blitzschlag) angebracht.

Ein weiterer noch weniger bekannter Brauch ist der des sogenannten “Frischschlagens” oder “Gsundschlagens”. Dieser nur mehr selten praktizierte Brauch ist ein Überbleibsel des indogermanischen Vegetationskults und wird in unserer Region in der Karwoche praktiziert. Dabei versetzt der Vater dem Sohn am Palmsonntag mit einem Haselzweig einen Schlag. Dieser “Schlag” soll dem Sohn zu Vitalität, Virilität und Fruchtbarkeit verhelfen.

Eine Betrachtung verdient noch der Schnidabuschen, der auch Schnitterbuschen genannt wird. Dieser Buschen aus Zweigen wurde in der Zeit der manuellen Ernte vom Schnitter (Mäher) am Hut angebracht und sollte wohl symbolisch wie auch “magisch” zu einer guten Ernte verhelfen.

Eine ausführliche Beschreibung vieler Bräuche im Jahreskreis finden Sie in dem gut geschriebenen Buch von Frau Dr. Lucia Haselböck mit dem Titel “Palmbuschen und Pilgerscharen – Brauchtum und Volksfrömmigkeit im Dunkelsteinerwald”, das wir in einem unserer vorherigen Einträge schon einmal kurz vorgestellt haben.

Die Karwoche und die Osterzeit: Brauchtum im Dunkelsteinerwald

Tuesday, March 16th, 2010

Die herannahende Osterzeit gibt uns die Gelegenheit, noch einen kleinen Blick auf das Brauchtum im Dunkelsteinerwald in der Karwoche und in der Osterzeit zu werfen.

Was die Fastenzeit betrifft, so wird in der Karwoche (also der Woche vor dem Osterfest) in den traditionelleren und religiösen Haushalten das Fastengebot noch immer eingehalten. Im Raum um Gansbach gibt es zum Beispiel noch die sogenannten Fastenbrezen, die aus hartem Teig in siedenden Wasser zubereitet werden und danach mit Salz bestreut werden. Ein auch im restlichen Österreich verbreiteter Brauch ist, am Gründonnerstag (in der Region auch “Antlaßpfingsta” genannt) eine grüne Speise zu essen und Wein dazu zu trinken.

Ein auch in der weiteren ländlichen Umgebung noch immer gerne praktizierter Brauch ist das sogenannte Ratschen. Das Ratschen (in anderen Regionen des deutschsprachigen Raums auch Klappern, Kleppern, Raspeln oder Schledern genannt) soll die Gläubigen an die jeweiligen Andachtszeiten in der Karwoche erinnern. Das Ratschen wird dabei von den jeweils Jüngeren der Gemeinschaft übernommen. Warum erinnern nicht einfach die Kirchenglocken an die Zeiten der Andacht, wird sich so mancher gefragt haben. Die Antwort dazu liefert der Volksmund: “Am Karfreitag fliegen die Glocken nach Rom”, lautet dann die Antwort. Aus Ehrfurcht übernehmen daher die Ratscherbuam (und neuerdings auch Ratschermädeln) an diesen drei Tagen die Aufgabe der Glocken.

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Abbildung: Kleine Handratsche für Kinder 

Doch das ist noch nicht alles, was diese Region an interessantem Brauchtum zu bieten hat. Erfahren Sie mehr darüber hier in ein paar Tagen oder in dem Buch von Frau Dr. Lucia Haselböck mit dem Titel “Von Palmbuschen und Pilgerscharen”, über das wir schon berichtet haben.