Jetzt wo sich der Frühling immer aufdringlicher annähert und die ersten sonnigen Sonntage schon ins Land gezogen sind, ist es an der Zeit, dass wir uns von der Theorie in die (Wander-)Praxis begeben. Dazu haben wir als einfachen Einstieg die verkürzte Version der Route DW 2 der Wanderkarte “Dunkelsteinerwald mit Jakobsweg” gewählt. Dabei begegnen uns als Ausgangs- und Zielpunkt zwei Orte, die wir hier schon behandelt haben.
Der Ausgangspunkt ist die altehrwürdige Bildföhre bei Weyersdorf, die wir unlängst in der Abenddämmerung besucht haben und der Zielpunkt die sehr gut erhaltene Römerbrücke bei Lanzing. Die verkürzte Route des DW 2 Wanderweges ist etwa 16 Kilometer lang und wird bei einem mittelmässigem Wandertempo in 4 Stunden zu bewältigen sein.
Die Wanderroute im Überblick
Als Anleitung sei jetzt noch kurz der entsprechende Auszug aus der Wanderkarte zitiert, der bei der hier gekürzten Route seinen Ausgangspunkt vor Weyersdorf (von Karlstetten kommend) nimmt:
“[...] Auf der Strasse führt der Weg bis zum Wochenendhaus zwischen Heitzing und Weyersdorf, dann links am Waldrand und auf der Forststrasse bis zur Bildföhre (Anm. der Redaktion: Das ist unser eigentlicher Ausgangspunkt). Hier kreuzt man den “Mariazellerweg 06″ und nach weiteren 200m ist eine Bachquerung. Über den ansteigenden Forstweg gelangt man zur Strasse nach Heuberg (rechts/links – Kombination; Schneise für die Stromleitung) und durch die Sommerau nach Lauterbach. Danach führt der Weg auf dem Dunkelsteiner Rundwanderweg 653 zum Dunkelstein. Nach ca. 1,5 km nach rechts abzweigen, über die Öder Leiten gehen und kurz vor dem Öd scharf rechts abbiegen; Durch einen Hohlweg zur Hengstberger Scheiben und zum Putenhof Schaberger. Auf dem Feldweg zum Sonnwendfeuerplatz geht es weiter nach Eckartsberg; Überqueren der Strasse und auf Agrarwegen weiter bis zur Römerbrücke [...].”
Die von uns zitierte und sehr nützliche Wanderkarte können Sie übrigens bei der ARGE Dunkelsteinerwald für eine Gebühr von 2€ erwerben. Wir haben hier als Orientierungshilfe einen Ausschnitt daraus mit Quellenangabe abgebildet, würden Ihnen aber empfehlen für die Wanderung die ungemein unfangreichere Karte der ARGE Dunkelsteinerwald zu erwerben.
Ein schöner, ruhiger Wintertag in der ersten Woche des neuen Jahres gab uns die Gelegenheit einen etwas weniger bekannten, aber dennnoch sehr interessanten Ort zu besuchen. Es handelt sich dabei um die Römerbrücke bei Lanzing im Dunkelsteinerwald.
Gleich nach Mauer gelegen, ist die wahrscheinlich im dritten oder vierten nachchristlichen Jahrhundert errichtete Römerbrücke zu finden. Dieses sehr gut erhaltene Bauwerk ist zwar in der heutigen Zeit seiner ehemaligen verkehrstechnischen Funktion beraubt, legt aber aufgrund seiner ruhigen Lage noch immer ein stilles Zeugnis der Römerzeit ab. Hier einige Bilder der Brücke im winterlichen Idyll.
Weitere Ansichten der Römerbrücke in Lanzing:
An dieser Stelle ist noch eine kurze Darstellung der geschichtlichen Rolle der Römerbrücke sinnvoll:
“Eine wesentliche verkehrstechnische Bedeutung erlangte der Dunkelsteinerwald in der Römerzeit (bis Ende des 5. nachchristlichen Jahrhunderts). Die Donau war die Nordgrenze des römischen Reiches geworden, die mit dem Donaulimes eine besondere Befestigung erfuhr. In der Wachau konnte jedoch wegen der teils gewaltigen Steilwände keine Militärstraße angelegt werden. Man versorgte die Wachposten an den wenigen freien Anlandungsstellen in Aggsbach-Dorf, Bacharnsdorf und bei Rossatzbach mit Zubringern aus dem Dunkelsteinerwald. Die Etappenstraßen von Mautern nach Melk quer durch den Dunkelsteinerwald und an dessen Außenrand hatten Zweigstraßen durch den Mitterbachgraben, das Kupfertal und den Windsteiggraben zur Donau hin. [...] Das wohl schönste Relikt aus dieser Zeit ist die Römerbrücke bei Lanzing.“
Wir haben ein Interview mit Frau Mag. Gabriela Lukacs, der Autorin des Buches „Kraftorte in Niederösterreich” geführt. Frau Mag. Lukacs – eine aktive Leserin unserer Webseite – hat bereits zwei Veröffentlichungen vorzuweisen. Grund genug für uns, Sie nach den Publikationen “Geheimnisvolles Wien” und “Mystischer Wienerwald” zur zu interviewen.
dunkelsteinerwald.net: Frau Mag. Lukacs, was können sich die Leser des Buches “Kraftorte in Niederösterreich” erwarten? Gabriela Lukacs: Ich beschreibe 33 ausgewählteKraftorte inklusive geschichtlichem Hintergrund und gebe Praxistipps bezüglich Anfahrt, Öffnungszeiten und vieles mehr. Worauf ich besonders stolz bin, sind die Farbfotos in Spitzenqualität, die vom bekannten Fotografen Robert Bouchal extra für dieses Buch gemacht worden sind.
dunkelsteinerwald.net: Wie unterscheidet sich Ihr Buch vom dem inhaltlich ähnlichen angelegten Büchern von Franz Jantsch mit dem Titel “Kultplätze im Land um Wien” (Teil I und II) aus den Jahren 1994 bzw. 2000? Gabriela Lukacs: Unser Buch hat zwar einen ähnlichen Titel und auch das Thema “Kraftorte” wie Franz Jantsch – ich habe mich aber anstatt vieler kurzer Schilderungen auf 33 Orte konzentriert und diese als bewussten Schwerpunkt gesetzt – die Auswahl ist zudem auf alle 6 niederösterreichischen Tourismusregionen verteilt.
dunkelsteinerwald.net: Wie sind sie auf die Idee gekommen, Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse als Buch zu publizieren? Gabriela Lukacs: Ich arbeite als Fremdenführerin in Wien und Niederösterreich und habe mich auf Kraftplatzführungen spezialisiert. Des weiteren mache ich in der Amethystwelt Maissau auch spezielle Kraftplatzführungen. Im Laufe der Zeit habe ich so viel Wissen gewonnen und will dieses mit den Lesern teilen.
dunkelsteinerwald.net: Welche Orte aus der Groß-Region Dunkelsteinerwald kommen in Ihrem Buch vor? Gabriela Lukacs: Aus dem Dunkelsteinerwald kommen die Beiträge zu den Sieben Marksteinen, dem Steinkreis von Geyersberg, den Mammutbäumen von Göttweig sowie zur Bildföhre.
dunkelsteinerwald.net: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Ihrer Publikation.
Das Buch “Kraftorte in Niederösterreich” (Umfang: 224 Seiten) von Gabriele Lukacs und Robert Bouchal stammt aus dem Pichler-Verlag (ISBN 978-3-85431-479-0) und im Buchhandel erhältlich.
Sie erreichen die Webseite von Frau Lukacs unter www.magisch-reisen.at. Wenn Sie schon jetzt in das Buch visuell eintauchen wollen, dann empfehlen wir Ihnen die Webseite des Co-Autors und Profifotografen Robert Bouchal, die sie unter www.bouchal.com finden.
Vielen Dank für Ihre zahlreichen Einsendungen. Wir haben eine Gewinnerin. Es ist Frau Christiane H. aus 3110 Neidling. Wir werden das Buch Ende der Woche per Post an Sie aufgeben. Die richtige Antwort ist nun grün markiert.
Die Gewinnfrage zur Sendung lautete:
Welche Aussage stimmt? Die Mammutbäume von Göttweig werden bis zu…
a) 30 Jahre alt und 1m hoch
b)300 Jahre alt und 10m hoch c) 3000 Jahre alt und 100m hoch
Fast rechzeitig zum Frühlingsbeginn und exklusiv für die Besucher von dunkelsteinerwald.net verlosen wir mit der Unterstützung des Pichler-Verlages das brandneu erschienene Buch “Kraftorte in Niederösterreich” von Frau Mag. Gabriele Lukacs und Robert Bouchal.
Alles was Sie dazu tun müssen, ist am Donnerstag, den 26. März 2009 zwischen 11 und 12 Uhr vormittag die Sendung “Radio Niederösterreich am Vormittag” zu hören, bei der Frau Lukacs und Robert Bouchal live zu Gast sind und über die Entstehung und die Hintergründe des Buches “Kraftorte in Niederösterreich” erzählen.
Am Wochenende (zwischen 27.3.2009 bis spätestens 29.3.2009) stellen wir Ihnen hier eine einfach zu beantwortende Frage zur Sendund und der oder die Erste, der diese Frage beantwortet kann das Buch sein Eigen nennen. Wie immer geschieht dies unter Ausschluss des Rechtsweges, wobei auch eine Barablöse des Preises nicht möglich ist. Wir wünschen Ihnen viel Glück!
Zwischen Heitzing und Weyersdorf liegt fernab von jedem Verkehr auf einer geschützten Lichtung die Bildföhre auf der Föhrenleiten. Auch in der heutigen Zeit geniesst dieser stille Ort noch immer hohes Ansehen. Einmal im Jahr pilgern sogar bis zu 100 Menschen aus der Region zu einer Maiandacht bei der Bildföhre. Bildföhren gehören zu den sogenannten Baumheiligtümern, von denen es im Dunkelsteinerwald mehrere gibt. Bevor wir uns jedoch den Baumheiligtümern im Allgemeinen und der Geschichte dieser Bildföhre im Speziellen widmen wollen, möchten wir uns diesem Ort in Form einer kleinen filmischen Annäherung in der Abenddämmerung widmen.
Das beste und am leichtesten erhältliche Buch für Einsteiger in die Welt des Dunkelsteinerwalds ist das im Jahr 2000 erschienene Buch “Der Dunkelsteinerwald – Mosaik einer Landschaft” von Prof. Cerveny und seiner mittlerweile leider verstorbenen Frau. Dieses reich bebilderte Buch gibt in leicht lesbarer Weise eine Fülle von Informationen über diese Gegend preis.
Der Dunkelsteinerwald – Mosaik einer Landschaft (Gebundene Ausgabe)
von Anne Liese und Wilhelm Cerveny
Ein sehr hübsches Kleinod ist das Marterl auf der zwischen Pielach und Schönbühel an der Donau gelegenen Anhöhe, die Hub genannt wird. Am Rande eines Weges findet sich auf einer leicht erhöhten Stelle, dieses in sehr gutem Zustand befindliche Marterl mit dem Namen Jonas-Kreuz.
Weitere Ansichten des Marterls auf der Hub:
Dieser sehr interessante, säulenförmige Bildstock ist auf allen vier Seiten mit verschiedenen Motiven versehen. In einem unserer nächsten Besuche werden wir daher näher mit der Herkunft dieses Marterls beschäftigen.