Das “Geheimnis des Hundefräuleins” auf der Schallaburg (Teil 2)
Wir haben uns eingehender mit der Sage des “Hundefräuleins” befasst und uns gefragt, was der Auslöser für die Sage über dieses geheimnisvolle Wesen sein könnte. Daher haben wir den Loosdorfer Historiker und Heimatforscher Dr. Gerhard Floßmann befragt und sind im zweiten Teil unseres interessanten Interviews mit ihm auf eine interessanten Erkärungsansatz gestossen.
Der zweite Teil der Sage lautet wie folgt:
„Vor Entsetzen eilte der sündige Mann der Burg zu, und da erfuhr er, daß seine Frau soeben ein Kind mit Hundskopf und Hundspfoten gebar. Er rannte wieder aus der Burg, verlor sich im stürmischen Wetter und ward nicht mehr gesehen. ”

Bild des Hundefräuleins in den Arkaden der Schallaburg in NÖ
(Foto: Helmut Lackinger, Quelle: www.austriatourism.com)
“Nach Jahren hieß es, dass Jäger eine unheimliche Gestalt mit sieben Hunden in den Rauhnächten oft durch den Wald streifen gesehen hätten. Über die Mißgeburt wird berichtet, daß sie von hündischer Wildheit war und an einer silbernen Kette in einem Gemache gefangen gehalten wurde. Sie starb 32 Jahre alt. Nach einer anderen Überlieferung soll die Mißgeburt ein Fräulein gewesen sein.„
Dunkelsteinerwald.net: Gibt es irgendwelche Anhaltspunkte für diese oder eine andere Missgeburt in diesem Geschlecht?
Dr. Floßmann: Dass das missgestaltete Kind ein Mädchen war, ist vermutlich mit der schon oben genannte Büste auf dem Arkadengang zu erklären. Nach den mir bekannten Überlieferungen soll das Mädchjen mit 23 (!) Jahren gestorben sein.
„Damit die arme Hundsfrau etwas Zerstreuung habe, wurden die Schlösser Schallaburg, Sichtenberg und Soos unterirdisch verbunden.“
Dunkelsteinerwald.net: Gibt es auch nur annähernd Hinweise für einen Versuch einer Verbindung dieser Art? Die Fama von den unterirdischen Gängen zwischen Gebäuden ist ja häufig, oder?
Dr. Floßmann: Es gibt kaum ein Schloss in Österreich, das nicht durch unterirdische Gänge mit den Nachbarschlössern verbunden sein soll. Alle Versuche, den sagenhaften Gang zur Ruine Sichtenberg zu finden oder logisch zu erklären, sind misslungen.
„Sie wanderte von einem Schloß zum anderen und wurde selten gesehen. So kam es, dass man nicht wusste, wann die Hundsfrau gestorben ist. Erscheint ihr Geist auf Schallaburg, so stirbt innerhalb dreier Tagen ein Burgbewohner.“

Vergleich der Darstellung des Hundefräuleins und Fällen der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (“Wolfsrachen”)
Dunkelsteinerwald.net: Die ganze Sage legte ja den Grundstein für die Erklärung des Hundekopfes in den Arkaden der Schallaburg. Welche anderen Erklärungen gibt es dafür?
Dr. Floßmann: Die Erklärung dürfte ziemlich einfach sein: Das Kind/Mädchen hatte einen ausgeprägten Wolfsrachen. Ich habe diese Erklärung gefunden, als mir mein Zahnarzt (und Kieferchirurg) Bilder von dieser Missbildung gezeigt hat. Ob und wann dieses Kind auf der Schallaburg lebte, ist aus den vorhandenen Quellen zur Geschichte der Schallaburg nicht zu klären.
Die zugrundeliegende Version des hier diskutierten Sagenstoffes mit dem Titel “Der Hund auf der Schallaburg” stammt vom Sagenforscher Prof. Leander Petzoldt und ist in der hier diskutierten Version dem Buch “Sagen aus Niederösterreich” entnommen, das im Jahr 1992 erschienen ist.
Lesen Sie hier den ersten Teil des Interviews mit Dr. Floßmann: “Das “Geheimnis des Hundefräuleins” auf der Schallaburg (Teil 1)
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October 11th, 2008 at 21:16
In der HTL hatte ich in Geografie (glaube ich) einen ~Dr. Flossmann aus Loosdorf (war um 1990).
Tut mir leid, daß ich den Beitrag nicht lesen kann, aber wenn man selber Kinder hat, tut einem das Foto vom Kind mit der Hasenscharte im Herzen weh. Ich würd´s im Blog nicht auch noch im Sidebar oben hinplazieren.
Das ist mir ein wenig zuviel Aufklärung !
October 12th, 2008 at 11:20
Hallo Herr Baumgartner!
Wir haben das Bild in der Sidebar geändert und bitten um Entschuldigung. Das war nicht im Sinne des Erfinders.
LG
Das dunkelsteinerwald.net-Team
June 30th, 2009 at 19:55
Liebes dunkelsteinerwald.net Team,
schade das ein weitreichernder, geschichichtlicher Hintergrund fehlt. Wir, der Verein – Zur Erforschung paranormaler Aktivitäten – Kärnten, würden sehr gerne die Schallaburg auf paranormale Phänomene untersuchen. Dazu wäre aber vorab der genaue, geschichtl. Hintergrund sehr interessant gewesen. Denn soviel mir bekannt ist, war die Schallburg im Mittelalter, Schauplatz schauriger, brutaler Szenarien, ausgelöscht durch einen sardistischen Richter.
Liebe Grüße
Shana
(Obfrau des Vereins – Zur Erforschung paranormaler Aktivitäten – Kärnten