January 12th, 2010
Wenn auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, unsere Leidenschaft für den Dunkelsteinerwald, seine Landschaft und seine Geschichte und Geschichten teilen, dann nehmen Sie am großen Dunkelsteinerwald.net Fotowettbewerb 2010 teil. Ziel dieses Fotowettbewerbs ist es, den Jahreszyklus in dieser Region – dargestellt durch die besten Einsendungen – einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Wir beginnen heute, dem 12.1.2010 mit dem ersten Teil des Fotowettbewerbs zum Thema “Winter im Dunkelsteinerwald”. Insgesamt können Sie zu den drei folgenden Kategorien einsenden:
1) Landschaft und Natur (Natur, Tiere, Mensch & Tier,…)
2) Vergangenheit und Zukunft (Historische und moderne Gebäude, Architektur, Technik,…)
3) Geschichte und Geschichten (Menschen, Gemeinschaften, Ereignisse,…)
Senden Sie uns Ihr bestes Foto (gerne können Sie mehrere Einsendungen pro Person und Kategorie tätigen) unter Angabe der Kategorie per E-Mail an dunkelsteinerwald@gmail.com. Bitte nennen Sie uns im Mail noch kurz die Teilnahmekategorie, den Ort der Aufnahme und das Jahr der Entstehung. Wir freuen uns auch über eine kurze Schilderung, die zur Entstehung dieses Bildes geführt hat oder die Geschichte, die damit verbunden ist.
Wir werden bereits im Laufe der Wettbewerbs verschiedene Bilder veröffentlichen – bitte um Verständnis, dass nicht jede Einsendung veröffentlicht werden kann. Dem Fotografen des insgesamt besten Fotos winkt ein neues Exemplar des vergriffenen Buches “Das original Mostviertler Mundartbuch von Hubert Bruckner (2003).”

Das Mostviertler Mundartbuch von Hubert Bruckner (2003)
Teilnahmebedingungen: Mit der Einsendung Ihres Fotos stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Webseite zu. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Ermittlung des Gewinnerfotos findet durch das Redaktionsteam von Dunkelsteinerwald.net statt. Der Einsendeschluss ist der 15. März 2010. Die Präsentation des besten Fotos findet eine Woche später statt.
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January 5th, 2010
Ein schöner, ruhiger Wintertag in der ersten Woche des neuen Jahres gab uns die Gelegenheit einen etwas weniger bekannten, aber dennnoch sehr interessanten Ort zu besuchen. Es handelt sich dabei um die Römerbrücke bei Lanzing im Dunkelsteinerwald.
Gleich nach Mauer gelegen, ist die wahrscheinlich im dritten oder vierten nachchristlichen Jahrhundert errichtete Römerbrücke zu finden. Dieses sehr gut erhaltene Bauwerk ist zwar in der heutigen Zeit seiner ehemaligen verkehrstechnischen Funktion beraubt, legt aber aufgrund seiner ruhigen Lage noch immer ein stilles Zeugnis der Römerzeit ab. Hier einige Bilder der Brücke im winterlichen Idyll.

Weitere Ansichten der Römerbrücke in Lanzing:



An dieser Stelle ist noch eine kurze Darstellung der geschichtlichen Rolle der Römerbrücke sinnvoll:
“Eine wesentliche verkehrstechnische Bedeutung erlangte der Dunkelsteinerwald in der Römerzeit (bis Ende des 5. nachchristlichen Jahrhunderts). Die Donau war die Nordgrenze des römischen Reiches geworden, die mit dem Donaulimes eine besondere Befestigung erfuhr. In der Wachau konnte jedoch wegen der teils gewaltigen Steilwände keine Militärstraße angelegt werden. Man versorgte die Wachposten an den wenigen freien Anlandungsstellen in Aggsbach-Dorf, Bacharnsdorf und bei Rossatzbach mit Zubringern aus dem Dunkelsteinerwald. Die Etappenstraßen von Mautern nach Melk quer durch den Dunkelsteinerwald und an dessen Außenrand hatten Zweigstraßen durch den Mitterbachgraben, das Kupfertal und den Windsteiggraben zur Donau hin. [...] Das wohl schönste Relikt aus dieser Zeit ist die Römerbrücke bei Lanzing.“
Quelle: ARGE Dunkelsteinerwald
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December 12th, 2009
Eine Weihnachtssage der “anderen Art” aus der Region Dunkelsteinerwald ist die Sage von den drei Schwestern in der Christnacht. Wir möchten Ihnen hier die kurze Version dieser Sage aus dem Buch “Von Palmbuschen und Pilgerscharen” von Lucia Haselböck im Original präsentieren.

Kurzinterpretation der dunkelsteinerwald.net-Redaktion: Die Sage von den drei Schwestern in der Christnacht ist vom Typus her als “dämonologische” Sage (auch “Teufelssage”) einzustufen, da sie sich von der Begegnung der Menschen mit dem Bösen – hier in der Form des Teufels nährt. Die dahinterstehende Motivik ist die des Frevels, der gesühnt werden muss. Im Gegensatz zu anderen Sagen wird hier der Frevel allerdings ohne dauerhafte Folgen gesühnt. Durch die Tatsache, dass die Schwestern am Ende ohne dauerhafte Folgen davonkommen, erfüllt diese Sage auch eine pädagogischen Zweck. Dieser wird noch durch die folgenden Tatsachen unterstrichen…
Von der Koinzidenz zur grausamen Konsequenz
Interessant in dieser dichten Geschichte ist auch die Tatsache, dass hier einerseits eine Parallelisierung in Form der Koinzidenz von der Wandlung in der Kirche und dem Herunterfallen der Spielkarte vorkommt. Dies setzt nicht nur einen allwissenden sondern auch einen moralisch einwandfreien Erzähler voraus. Der frevelhafte Vorgang des Kartenspielens wird dann auch sogleich gesühnt – nämlich in Form der drei Pferdefüsse. Hier ist auch bemerkenswert, dass für jede Schwester offenbar ein Pferdefuss erscheint und neben der Spiegelung der Anzahl der Akteure auch den übernatürlichen Charakter des Geschehens illustriert.
Die rettende Kraft des Gebetes aus Sicht der Sage
Dass die drei Schwestern sich nach den vergeblichen Hilferufen auch einen der archaischen bzw. volktümlichen Kernwert eines Gebetes entsinnen – nämlich der Abwendung des Bösen, lässt sie letzten Endes mit dem Schrecken davonkommen. Der dramatisch geschilderte Abgang der drei einzelnen Pferdefüsse mit dem hinterlassenen Gestank lässt nun auch den letzten möglichen Zweifel des Rezipienten verschwinden, was mit dem Nachsatz “Es war der Teufel” auch unmissverständlich dargelegt wird.
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Tags: Christnacht, Drei Schwestern, Dunkelsteiner Wald, Dunkelsteinerwald, Heilige Nacht, Koinzidenz, Niederösterreich, Pferdefüsse, Sage, Sagen, Schwestern, Teufel, Teufelssage, Österreich
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December 8th, 2009
Für die einen ein Reizwort, für die anderen der Höhepunkt des Jahres, spaltet Weihnachten die Gemüter der modernen Gesellschaft im 21. Jahrhundert wie kein anderes Ereignis im Jahreslauf. Abseits des „Big Business“ sind dabei die historischen Wurzeln der Zeit rund um das heutige Weihnachten, deren Ursprung schon auf die vorchristliche Zeit zurückreicht, interessant.
Das höchste Fest des Jahres – wenn auch unfreiwillig
Betrachtet man Weihnachten als “Höhepunkt” des Jahres oder gar als wichtigstes kirchliches Fest, so kommt dieses Fest eher unfreiwillig zu dieser Ehre. Wenn auch Weihnachten als das Geburtsfest des Erlösers Jesus Christus gefeiert, stammt dennoch der Kern des christlichen Glaubens aus den dem österlichen Geschehen – also dem Tod und der Wiederauferstehung Jesu.
Nichtsdestotrotz ist die „ gesellschaftliche Größe“ von Weihnachten mit keinem theologischen Argument schmälerbar, da mit der Zeit rund um den kürzesten Tag des Jahres neben der kirchlichen Bedeutung auch immer noch vorreligiöse Reste mitschwingen. Zwar könnte man die vorreligiösen Aspekte der Osterzeit ins Treffen bringen – dennoch ist Weihnachten das in unseren Breiten mit mehr Aufwand gefeierte Fest.
Authentisches Brauchtum – Zwischen Kult und Religion
Irgendwo angesiedelt zwischen den Ur-Formen und den modernen Wegen, das Weihnachtsfest zu begehen, ist dabei das zum Großteil schon verlorengegangene Brauchtum in der Kernregion Niederösterreichs, der Region Dunkelsteinerwald, als Forschungsobjekt hochinteressant, da das Brauchtum unserer Region im Vergleich zu anderen Gegenden aufgrund seines hohen Grades an Authentizität viele Aspekte noch unverfälscht in sich trägt.
Alte Rituale und moderner „Zauber“ – alles eins?
Betrachtet man zum Beispiel die rituell-magischen Aspekte der sogenannten Rauhnächte zwischen dem 21. Dezember, der Thomasnacht, und dem 6. Jänner, so kommt man auf das sogenannte Lösseln in der längsten Nacht des Jahres, der sogenannten Thomasnacht. Dies diente dazu, die Zukunft zu beeinflussen und wurde mit dem Ritual des „Bettstaffeltretens“ und dem Aufsagen eines bestimmten Spruches benutzt, um sich (s)einen Liebsten herbeizuzaubern.
In der Thomasnacht stellt sich eine Frau nach Mitternacht nackt mit dem Rücken zur Zimmertüre, die sie zuvor geöffnet hat. Während sie den Spruch: “Bettstaffel ich tritt dich, Heiliger Thomas ich bitt dich, lass mir erscheinen – den künftigen Meinen” murmelt, geht sie von der Türe in Richtung Bett, wo ein Spiegel aufgestellt ist, in dem sie nun das Gesicht ihres Zukünftigen sehen sollte. (Quelle: steiermark.at)
Ob es sich um die populären ‚Bestellungen ans Universum‘ [ein Buchtitel] oder um das Lösseln handelt, beides sind Ausprägungen eines rituell-magischen Denkens – einmal im modernen Gewand und einmal in traditioneller Form. Auch in den regionalen Sagenschatz hat die Weihnachtszeit Eingang gefunden, wie die „Sage der drei Schwestern“ oder „Die Toten in der Christmette“ beweisen. Diesen Sagen wollen wir uns im Rahmen der Weihnachtszeit jedoch noch genauer widmen.
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Tags: Authentizität, Bettstaffeltretens, Brauchtum, Christentum, Die Toten in der Christmette, Dunkelsteinerwald, Geburtsfest des Erlösers Jesus Christus, Heiden, Heidentum, Jesus, Jesus Christus, Kult, Lösseln, Niederösterreich, Ostern, Rituale, rituell-magisch, Sage der drei Schwestern, Thomasnacht, Vorreligiösität, Weihnachten
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November 26th, 2009
Seit Kriegsbeginn, jedoch noch stärker ab dem Jahr 1942 wurden in den heimischen Betrieben aufgrund der hohen Anzahl der gefallenen bzw. eingerückten Männer verschiedene Massnahmen betroffen um eine funktionierende Landwirtschaft zu ermöglichen. Neben dem “Pflichtjahr” für Mädchen und Frauen, wurden auch Zwangsarbeiter aus verschiedenen Teilen Südosteuropas eingesetzt.
Der hier vorliegende Ausschnitt aus dem Amstettner Anzeiger aus dem Jahr 1943 sollte dabei in einfacher aber verständlicher Form, den richtigen Umgang mit diesen Arbeitskräften in Form von Schaubildern verdeutlichen. Dies geschah wohl auch vor dem Hintergrund, dass sich viele Zwangsarbeiter in das bestehende soziale Gefüge der Landbevölkerung gut einfügten und die bestehende Not auch die ideologisch verordneten Grenzen zwischen “Arier” und “Nicht-Arier” wohl allzuoft verschwimmen liessen.

Aus: NachRichten, Ausgabe 39 vom Oktober 2008
In einem geheimen Lagebericht des Sicherheitsdienstes heisst es zur aktuellen Lage: “[...]Der Frühjahrbestellung 1943, wie überhaupt der Erzeugungsschlacht des laufenden Jahres sehen die bäuerlichen Betriebsführer mit Besorgnis entgegen.[...]“. Umso notwendiger war die Zuteilung von Landarbeitern aus den Kriegsgebieten, um die prekäre Versorgungslage für Front und Hinterland zumindest halbwegs zu gewährleisten.
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Tags: 1943, Amstettner Anzeiger, Arbeitsdienst, Arier, Drittes Reich, Dunkelsteinerwald, Gau, Landarbeit, Nationalsozialismus, Nazizeit, Niederdonau, Niederösterreich, Pflichtjahr, Polen, Rassentrennung, Reichsarbeitsdienst, Zwangsarbeit, Zwangsarbeiter, Österreich
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November 20th, 2009
Manche Leser kennen sicherlich die schauderhafte Geschichte von der alten Dame, die ihren nassen Pudel zum Trocknen in den Mikrowellenherd steckt. Oder darf es die Geschichte von der weitgereisten Giftspinne im Bananenkarton sein? Heimatverbundene Menschen haben vielleicht Freude an der Geschichte vom Krokodil im Stausee Ottenstein oder dem Hai im Neusiedler See.
Wahr oder falsch? Diese Frage und die Geschichten, die viele Fernsehzuseher in den verschiedensten Sendungen zum Grübeln und Raten bringt und auch noch für lebhaften Diskussionsstoff am nächsten Tag sorgen haben alles eines gemeinsam: Sie sind moderne Sagen. Lassen Sie uns mit der nachfolgenden Geschichte aus dem Buch “Pinguine in Rückenlage” von Prof. Rolf-Wilhelm Brednich den Reigen der modernen Sagen der Region eröffnen. Es handelt sich um die Geschichte mit dem Titel “Der vagabundierende Gourmet”, die nach und nach in verschiedenen Region Europas auftauchte.

Die Rennaissance der Volkssage im modernen Gewand
Moderne Sagen (engl.: urban legends, urban myths), auch Großstadtlegenden, moderne Mythen, Wandermärchen oder -sagen, sind mehr oder weniger skurrile Anekdoten, die meist mündlich, inzwischen häufig auch per E-Mail, weitergegeben werden und deren Quelle sich in aller Regel nicht mehr zurückverfolgen lässt. Sowohl inhaltlich, funktionell und strukturell kann das sogenannte moderne Märchen als zeitgenössische Form der etwas in Vergessenheit geratenen Volkssage betrachtet werden.
Für den deutschen Sprachraum hat hier der Ethnologe Prof. Rolf Wilhelm Brednich mit seinem spektakulären Bestseller “Die Spinne in der Yucca-Palme” für Aufmerksamkeit und Unterhaltung gesorgt und ist damit auch zum bekanntesten Sammler von “modernen Sagen” geworden. Rolf Wilhelm Brednich, Professor emeritus für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen, Hauptarbeitsgebiet die Erzählforschung ist, hat insgesamt vier Bände mit Sagenhaften Geschichten veröffentlicht, wobei der 4. Band mit dem Titel “Pinguine in Rückenlage” angeregt durch die Sammeltätigkeit von Mag. John Haas in den Jahren 1996-2001 auch einige Beiträge aus unserer Region enthält.
In den nächsten Monaten werden wir Sie mit der Entstehungsgeschichte, möglichen Interpretationen und natürlich den unterhaltsamen Geschichten selbst versorgen.
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Tags: Das Huhn mit dem Gipsbein, Die Maus im Jumbo-Jet, Die Ratte am Strohhalm, Die Spinne in der Yucca-Palme, FOAF tales, Friend of a friend tales, Großstadtlegenden, moderne Mythen, Moderne Sagen, Mythen, Pinguine in Rückenlage, Rolf Wilhelm Brednich, Sagenhafte Geschichten von heute, Urban Myths, Urban Tales, Verbreiteter Irrtum, Wandermärchen, Wandersagen, Zeitungsente
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November 8th, 2009
Was soll es bedeuten, wenn einem die rechte Hand juckt? Welche Bedeutung wurde früher körperlichen Vorgängen zugesprochen? Wie kann dies aus heutiger Sicht betrachtet werden?
Aufgrund vieler Anfragen wollen wir uns in einer neuen Beitragsserie mit dem Volksglauben der Menschen in der Region Dunkelsteinerwald beschäftigen. Den Anfang macht dabei ein Faksimile-Ausschnitt eines Beitrages von P. Romuald Richard Julius Pramberger im Jahresbericht des Stiftes Melk aus dem Jahr 1961. Dieser trägt den Titel “Sagen und Mythen aus dem Donauländchen”.
Dabei beschäftigt sich der Heimatkundler mit dem Bereich Mythen und hier mit dem Thema
“Mythen an Leblosem”.

Viele dieser Sprüche sind dabei vor allem älteren Menschen noch wohlbekannt und werden gerne noch im Spasshaften verwendet. Welche Funktionen übten solche “Volksmythen” aus und wie können diese erklärt werden.
“Der prophetische Körper” – Versuch einer psychodynamischen Interpretation
Aus heutiger Sicht kann man diese als erweiterte phänomenologische Interpretation von Körpervorgängen betrachten. Prinzipiell gehen diese Erklärungsversuche von Ereignissen mit relativer Seltenheit aus, deren Eintreten als unüblich, unerwartet wahrgenommen wird und im Sinne einer Beladung mit einer prophetischen Bedeutung als sinnhaftes Ereignis (um)interpretiert wurde.
Die dahinterliegenden Erklärungsschemata entsprechen dabei intuitiv-assoziativen Ereignissen im Rahmen des Befürchteten oder Erwünschten. Implizit verborgen ist dahinter die Annahme, dass der eigene Körper und zukünftige Ereignisse verknüpft sein können und sich kommende Ereignisse in der Form von Vorzeichen im eigenen Körper ankündigen. Dies weckt einerseits Erwartungen beim Betroffenen, hat aber auch zur Folge, dass die Menge und Wahrscheinlichkeit unerwarteter Ereignisse zum Zwecke einer verringerten Unsicherheit wirksam werden.
Welches Ohr klingt?
Von besonderem Interesse ist dabei der Glaube, der auch unter dem Namen “Welches Ohr klingt?” bekannt ist und durch die Notwendigkeit der Interaktion von 2 Personen eine soziale Funktion erfüllt und gleichzeitig den unterhaltsamen Zweck eines Ratespiels erfüllt, dessen Ausgang entweder dem Betroffenen oder dem Ratenden zukünftiges Glück bringen wird beziehungsweise soll.
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