Heute möchten wir Ihnen ein Faksimile aus einem über 80 Jahre altem Buch präsentieren. Dieses Buch ist im Jahre 1926 in Krems erschienen und enthält insgesamt 106, teils heute völlig unbekannte Sagen aus der Region Wachau, die ja zumindest mit ihrem rechten Ufer Bestandteil der Region Dunkelsteinerwald ist.
Die Sage mit dem Titel “Der heilige Wolfgang und die Spatzen” hat eine interessante und auch amüsante Erklärung für die angebliche Absenz der Spatzen (auch Sperlinge genannt) im Wolfsbachtal zum Inhalt. Am besten Sie lesen hier selbst.
Nach dem heiligen Wolfgang, dessen missionarisches Wirken sich im 9. Jahrhundert von Regensburg über Prag bis nach Ungarn hinzog, sind im Dunkelsteinerwald auch noch einige andere Dinge benannt, die wir hier nach und nach beleuchten werden. Wenn auch Sie über ein seltenes Buch oder Dokument der Region verfügen und dies zur Verfügung stellen wollen, dann wenden Sie sich bitte unter unserer Mailadresse an das Redaktionsteam.
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Eine Weihnachtssage der “anderen Art” aus der Region Dunkelsteinerwald ist die Sage von den drei Schwestern in der Christnacht. Wir möchten Ihnen hier die kurze Version dieser Sage aus dem Buch “Von Palmbuschen und Pilgerscharen” von Lucia Haselböck im Original präsentieren.
Kurzinterpretation der dunkelsteinerwald.net-Redaktion: Die Sage von den drei Schwestern in der Christnacht ist vom Typus her als “dämonologische” Sage (auch “Teufelssage”) einzustufen, da sie sich von der Begegnung der Menschen mit dem Bösen – hier in der Form des Teufels nährt. Die dahinterstehende Motivik ist die des Frevels, der gesühnt werden muss. Im Gegensatz zu anderen Sagen wird hier der Frevel allerdings ohne dauerhafte Folgen gesühnt. Durch die Tatsache, dass die Schwestern am Ende ohne dauerhafte Folgen davonkommen, erfüllt diese Sage auch eine pädagogischen Zweck. Dieser wird noch durch die folgenden Tatsachen unterstrichen…
Von der Koinzidenz zur grausamen Konsequenz
Interessant in dieser dichten Geschichte ist auch die Tatsache, dass hier einerseits eine Parallelisierung in Form der Koinzidenz von der Wandlung in der Kirche und dem Herunterfallen der Spielkarte vorkommt. Dies setzt nicht nur einen allwissenden sondern auch einen moralisch einwandfreien Erzähler voraus. Der frevelhafte Vorgang des Kartenspielens wird dann auch sogleich gesühnt – nämlich in Form der drei Pferdefüsse. Hier ist auch bemerkenswert, dass für jede Schwester offenbar ein Pferdefuss erscheint und neben der Spiegelung der Anzahl der Akteure auch den übernatürlichen Charakter des Geschehens illustriert.
Die rettende Kraft des Gebetesaus Sicht der Sage
Dass die drei Schwestern sich nach den vergeblichen Hilferufen auch einen der archaischen bzw. volktümlichen Kernwert eines Gebetes entsinnen – nämlich der Abwendung des Bösen, lässt sie letzten Endes mit dem Schrecken davonkommen. Der dramatisch geschilderte Abgang der drei einzelnen Pferdefüsse mit dem hinterlassenen Gestank lässt nun auch den letzten möglichen Zweifel des Rezipienten verschwinden, was mit dem Nachsatz “Es war der Teufel” auch unmissverständlich dargelegt wird.
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Für die einen ein Reizwort, für die anderen der Höhepunkt des Jahres, spaltet Weihnachten die Gemüter der modernen Gesellschaft im 21. Jahrhundert wie kein anderes Ereignis im Jahreslauf. Abseits des „Big Business“ sind dabei die historischen Wurzeln der Zeit rund um das heutige Weihnachten, deren Ursprung schon auf die vorchristliche Zeit zurückreicht, interessant.
Das höchste Fest des Jahres – wenn auch unfreiwillig Betrachtet man Weihnachten als “Höhepunkt” des Jahres oder gar als wichtigstes kirchliches Fest, so kommt dieses Fest eher unfreiwillig zu dieser Ehre. Wenn auch Weihnachten als das Geburtsfest des Erlösers Jesus Christus gefeiert, stammt dennoch der Kern des christlichen Glaubens aus den dem österlichen Geschehen – also dem Tod und der Wiederauferstehung Jesu.
Nichtsdestotrotz ist die „ gesellschaftliche Größe“ von Weihnachten mit keinem theologischen Argument schmälerbar, da mit der Zeit rund um den kürzesten Tag des Jahres neben der kirchlichen Bedeutung auch immer noch vorreligiöse Reste mitschwingen. Zwar könnte man die vorreligiösen Aspekte der Osterzeit ins Treffen bringen – dennoch ist Weihnachten das in unseren Breiten mit mehr Aufwand gefeierte Fest.
Authentisches Brauchtum – Zwischen Kult und Religion
Irgendwo angesiedelt zwischen den Ur-Formen und den modernen Wegen, das Weihnachtsfest zu begehen, ist dabei das zum Großteil schon verlorengegangene Brauchtum in der Kernregion Niederösterreichs, der Region Dunkelsteinerwald, als Forschungsobjekt hochinteressant, da das Brauchtum unserer Region im Vergleich zu anderen Gegenden aufgrund seines hohen Grades an Authentizität viele Aspekte noch unverfälscht in sich trägt.
Alte Rituale und moderner „Zauber“ – alles eins?
Betrachtet man zum Beispiel die rituell-magischen Aspekte der sogenannten Rauhnächte zwischen dem 21. Dezember, der Thomasnacht, und dem 6. Jänner, so kommt man auf das sogenannte Lösseln in der längsten Nacht des Jahres, der sogenannten Thomasnacht. Dies diente dazu, die Zukunft zu beeinflussen und wurde mit dem Ritual des „Bettstaffeltretens“ und dem Aufsagen eines bestimmten Spruches benutzt, um sich (s)einen Liebsten herbeizuzaubern.
In der Thomasnacht stellt sich eine Frau nach Mitternacht nackt mit dem Rücken zur Zimmertüre, die sie zuvor geöffnet hat. Während sie den Spruch: “Bettstaffel ich tritt dich, Heiliger Thomas ich bitt dich, lass mir erscheinen – den künftigen Meinen” murmelt, geht sie von der Türe in Richtung Bett, wo ein Spiegel aufgestellt ist, in dem sie nun das Gesicht ihres Zukünftigen sehen sollte. (Quelle: steiermark.at)
Ob es sich um die populären ‚Bestellungen ans Universum‘ [ein Buchtitel] oder um das Lösseln handelt, beides sind Ausprägungen eines rituell-magischen Denkens – einmal im modernen Gewand und einmal in traditioneller Form. Auch in den regionalen Sagenschatz hat die Weihnachtszeit Eingang gefunden, wie die „Sage der drei Schwestern“ oder „Die Toten in der Christmette“ beweisen. Diesen Sagen wollen wir uns im Rahmen der Weihnachtszeit jedoch noch genauer widmen.
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Der Wald, spielt in den religiösen Vorstellungen und auch im Volksaberglauben zahlreicher Völker eine bedeutende Rolle als heiliger und geheimnisvoller Bereich, in dem verschiedene Wesenheiten angesiedelt werden. Diese Wesenheiten sind je nach Kultur und Region gute und böse Götter, Geister und Dämonen, wilde Männer, Holz-, Moos- und Waldweiblein, Feen und vieles mehr.
Das Herder Lexikon “Symbole” schreibt: “Als Ort der Abgeschiedenheit vom Treiben der Welt ist er ebenso wie die Wüste ein Aufenthaltsort, der von Asketen und Eremiten gesucht wird. Insofern ist er auch ein Symbol für geistige Konzentration und Innerlichkeit”.
Symbolik des Waldes in der Psychoanalyse
Psychoanalytisch betrachtet gilt der Wald gilt auch als Symbol für das Unbewusste. Das wird unter anderem in der Methode des katathymen Bilderlebens deutlich. Dieses psychotherapeutische Verfahren, weist dem Waldrand eine zentrale Bedeutung zu. Bei dieser Imaginationsmethode wird die Vorstellung dahin gelenkt, dass man sich vom offenen Gelände her auf einen Waldrand zu bewegt und darauf wartet, welche Gestalten, Phänomene aus dem Wald heraustreten. Der Wald wird zu dem Ort, aus dem eigene unbewusste Prozesse ans Licht kommen und damit einer Begegnung und Bearbeitung zugänglich werden.
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Zum Anlass des wiederkehrenden Tages des Heiligen Koloman am 13. Oktober wollen wir die bekannteste Sage zu den Kolomanswundern in einer etwa 60 Jahre alten Fassung zur Verfügung stellen.
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Eine wertvolle historische Darstellung der Region Dunkelsteinerwald findet sich in den im Jahr 1672 von Georg Matthäus Vischer angefertigten Karten. Diese Karten, mit denen wir uns zu gegebenem Zeitpunkt noch näher hier befassen werden, wurden von den niederösterreichischen Ständen in Auftrag gegeben. Zur Illustration sei an dieser Stelle ein Ausschnitt aus dieser Karte dargestellt, der sich mit der Region um Melk befasst.
Diese Karte stellt aufgrund ihres hohen Detaillierungsgrades und der illustrativen Darstellung der damals bedeutendsten Bauwerke eines der wichtigsten historischen Darstellungen unserer Region dar. Das niederösterreichische Landesmuseum ist daher auch im Besitz beinahe aller Druckplatten, die den Raum Niederösterreich darstellen.
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Auch in der Region Dunkelsteinerwald war der Einsatz von Reichsarbeitskräften an der Tagesordnung. Anhand der Lebensgeschichte von Frau Helene Pawlik (geb. 1921 in Raclawice in Polen) wollen wir das Leben einer Zwangsarbeiterin in unserer Gegend verfolgen. Von Polen aus gelangte sie im Jahr 1940 über Umwegen nach Hafnerbach bei St. Pölten, wo Sie den Rest Ihres Lebens auch zubrachte.
Beginnend von diesem Artikel in der Zeitschrift NachRichten wollen wir das Leben von Frau Helene Pawlik in den nächten Monaten verfolgen.